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-5. Novermer 2010 Studio Dumont Leidenschaft am zweiten Tag der Schöpfung
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Kölner Stadt- Anzeiger - Nr. 255 -3. Novermer 2005
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Interview mit Dr. Marion Feld: Warum Velazquez?
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Kölnische Rundschau 6.Oktober 2007 Hochzeitsreise von V. Sorokin im Artheater
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Kölner Stadt- Anzeiger - Nr. 183 - 9. August 2006
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Licht - Sohar - Zeitgenössische Jüdische Kunst im Ruhrgebiet, Rede von Dr. Ch. Kivelitz
Cole Haan
Bühnenbild Artheater Köln
   
  Licht – Sohar, zeitgenössische jüdische Kunst im Ruhrgebiet

Ausschnitt aus der Rede von Dr. Christoph Kivelitz am 06.10.2007 im Schloß Horst, Gelsenkirchen

Bei Grigory Berstein sind Figuren und Zeichen in einen Bezugsrahmen eingefügt. In diesem Fall handelt es sich um mit Ölfarben bemalte Acrylglasscheiben, die von einem Holzgerüst getragen werden. Der Künstler zeigt Figuren, die transparent im Raum schweben und über ihnen zugeordnete Dinge und Zeichen in einen symbolischen Handlungskontext verrückt sind. Die Objektmontage „Wassily Kandinsky oder Jakobsleiter“ zeigt so etwa einen Mann im oberen Bereich, dem auf der Sockelebene ein kleiner Junge zugeordnet ist. Die beiden Gestalten sind über das Motiv der Jakobsleiter, das die Montage diagonal durchkreuzt, aufeinander bezogen. Titel, Technik und Entstehungsjahr der Werke von Kandinsky werden durch den Mann in quadratischen Rasterstrukturen aufgezeichnet, ergänzt durch den Verbleib dieser Bilder in der Sammlung Hilla von Rebays oder der Guggenheim Foundation. Die hinlänglich bekannte Bauform des Guggenheim Museum in New York evoziert über die spiralförmig ansteigende Galerie das Zikkurat-Motiv, das sich wiederum mit der Symbolik der Jakobs- oder Himmelsleiter verknüpfen lässt. Es geht um eine Auf- oder Abstiegsbewegung zwischen Himmel und Erde, Dies- und Jenseits. So verschränken sich hier über die medialen Ebenen zwischen figürlicher Darstellung, Schriftzeichen und konstruktiven Elementen auch unterschiedliche Realitätsebenen zwischen symbolischen, narrativen, möglicherweise autobiographischen und kunsthistorischen Bezugnahmen. Dabei geht es nicht allein darum, Kandinsky rein formaliter als Vorbild herbei zu zitieren, es geht vielmehr um dessen Konzept des „Großen Geistigen“, für das er eine Visualisierung und gleichzeitig ein theoretisches Fundament zu formulieren suchte. Er steht damit für eine Tradition in der modernen Kunstentwicklung, die mit gleichsam wissenschaftlicher Systematik zu dem nicht logisch Begreifbaren, dem Irrationalen, dem Spirituellen und Ideellen, zum Mythos der Gegenwart vorzustoßen drängt. Weitere kunsthistorische Leitbilder, die Berstein in unterschiedlicher Weise zitiert, sind Paul Klee oder Marcel Duchamp.
Die Ausrichtung auf eine geistige Wirklichkeit berührt sich nicht nur mit dem Forschungsdrang unserer Gesellschaft, in Astrophysik und Medizin, die auf unterschiedlichen Wegen den innersten Sinn unseres Lebens zu erfassen suchen, sondern eine bereits (...) zitierte Feststellung Stephen Hawkings: Wenn wir jedoch eine vollständige Theorie entdecken, dürfte sie nach einer gewissen zeit in ihren Grundzügen für jedermann verständlich sein, nicht nur für eine Handvoll Spezialisten. Dann werden wir uns alle – Philosophen, Naturwissenschaftler und Laien – mit der Frage auseinandersetzen können, warum es uns und das Universum gibt. Wenn wir die Antwort auf diese Frage fänden, wäre das der endgültige Triumph der menschlichen Vernunft – denn dann würden wir Gottes Plan kennen. („Kurze Geschichte der Zeit“).

 

 
Dr. Christoph Kivelitz